Patienten-Information
Erkrankungen der Nieren und der Harnwege
Die Nieren sind äußerst sensible Organe. Sie sind aus über einer Million kleiner Untereinheiten, den sogenannten Nephronen zusammengesetzt. Jedes dieser Nephrone ist in der Lage, das Blut zu filtern und bestimmte Stoffe, die der Körper noch braucht, aus der gefilterten Flüssigkeit zurückzugewinnen.
Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Infektionen überhaupt. 25 Prozent der Frauen leiden an wiederkehrenden Harnwegsinfektionen. Dabei sind die über 50-Jährigen am häufigsten betroffen. Alle Abschnitte des Harnweges können von Entzündungen betroffen sein.
Was machen gesunde Nieren, wann sind sie krank?
Wenn Nierengewebe von einer Krankheit befallen ist, geht ein Teil der Nierenkörperchen mit den dazugehörenden Nierenkanälchen zugrunde. Der Rest der Nieren(filter) strengt sich extra an, um die Aufgaben zu übernehmen. Das gelingt zunächst meistens gut. Nur wenn zu wenig gesundes Gewebe übriggeblieben ist, um die Aufgaben zu erfüllen, schaffen die Nieren es nicht mehr.
Nierenversagen
Je weniger Gewebe der gesunden Nieren verloren gegangen ist, um so größer ist die Chance, daß die Nieren weiterhin genügend funktionieren. Leider ist es nicht immer möglich, einem chronischen Nierenversagen vorzubeugen.
Harninkontinenz
Eine Harnblase kann nur dann Urin ungestört speichern und sich entleeren, wenn die Funktion zentraler und peripherer Nervenstrukturen intakt ist. Krankhafte Veränderungen im Nervensystem, das heißt in Gehirn und Rückenmark, gehen oft mit einer gestörten Blasenfunktion einher. Nebenwirkungen von Pharmaka oder Alkoholmissbrauch können ebenfalls zu einer gestörten Blasenfunktion führen.
Harnwegsinfektionen im Allgemeinen
Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Infektionen überhaupt. 25 Prozent der Frauen leiden an wiederkehrenden Harnwegsinfektionen. Dabei sind die über 50-Jährigen am häufigsten betroffen. Alle Abschnitte des Harnweges können von Entzündungen betroffen sein. Man unterscheidet die Harnröhrenentzündung, die Blasenentzündung und die Nierenbeckenentzündung.
Nierensteine (Urolithiasis)
2,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Nieren- oder Harnsteinen. Am häufigsten sind Erwachsene zwischen 20 und 50 Jahren betroffen. Nierensteine entstehen durch Störungen des chemischen Gleichgewichts des Harns. Es handelt sich um Kristalle, die aneinander kleben und so einen Stein bilden. Bei vielen Patienten sind Nierensteine Zufallsbefunde. Bei vielen werden Nierensteine erst entdeckt, wenn sie sich aus ihrer Verankerung lösen. Es kann dann eine Nierenkolik auftreten.
Die gewöhnliche oder einfache Nierenzyste
Nierenzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume der Nieren. Die gewöhnliche oder auch einfache Nierenzyste tritt meist nach dem 30. Lebensjahr auf und ist bei etwa 20 Prozent der über 60jährigen nachweisbar. Sie verursachen normalerweise keine Beschwerden und werden meistens von den Betroffenen nicht bemerkt.
Zystennieren (dominante polyzystische Nierenerkrankung, ADPKD)
Familiäre Zystennieren sind die häufigste erbliche Nierenerkrankung. Die komplette Niere besteht bei diesem Krankheitsbild aus Zysten. Die Erkrankung wird autosomal dominant vererbt, das bedeutet, sie tritt unabhängig vom Geschlecht auf, sobald ein Gen mit defektem Erbmaterial weitergegeben wird. Im Verlauf der Erkrankung wird immer mehr normales Nierengewebe durch Zysten ersetzt. Dies führt später häufig zu einem völligen Versagen der Niere.
Schrumpfnieren
Eine Schrumpfniere entsteht durch Untergang von Nierengewebe und Bildung von Narbengewebe. Ursachen sind vor allem chronische Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, sowie Nierenschädigende Medikamente.
Goodpasture-Syndrom (Anti-GBM vermittelte Glomerulonephritis)
Das Goodpasture-Syndrom ist ein seltener Zusammenschluss von rezidivierenden Lungenblutungen und einer schnell fortschreitenden Entzündung der Filtrationseinheiten der Niere (Glomerulonephritis).
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